PHaradise
04/02/2015: PHaradise Lichtinstallation in der Kunsthalle Mannheim Billingbau läuft.
Für die Kuppel des Hermann-Billing-Gebäudes hat NatHalie Braun Barends ein Lichtkonzept entwickelt, das in einen umfassenden Dialog mit James Turrells Lichtinstallation "Four Eyes" auf dem Neubau und mit dem neuen "Skulpturenpark" tritt. Die Lichtinstallation am Altbau, "PHaradies" genannt, "atmet" in den Abendstunden in unterschiedlichen Rhythmen und strahlt kaltes weißes Licht nach außen und warmes Licht in die Halle.
Technisch gesehen besteht die Installation aus Leuchtmitteln, die in den Oberlichtern des Altbaus installiert sind und von einem Computerprogramm so gesteuert werden, dass sie zunächst die Kuppel mit einem hellen Licht erfüllen, das dann in die beiden Seitenflügel des Altbaus fällt. Durch die Art und Weise, wie sich das Licht von oben nach unten und zur Seite bewegt, nimmt der Betrachter dies als "atmende" oder "pulsierende" Architektur wahr. So macht das Museum, das im Inneren eine Sammlung mit herausragenden Werken des 19. und 20. Jahrhunderts beherbergt, seine kulturelle Energie symbolisch auch nach außen hin spürbar. Die Werke und die Sammlung bilden eine ebenso große Einheit wie die multimediale und mehrdimensionale Lichtinstallation "HHole (für Mannheim)" in ihrer Funktion als "Erinnerung, die ein Museum ist".
Von hier aus bietet das von Barends im Anschluss an das "HHole"-Projekt Phönix Raum (www.hhole.net) produzierte und im Dachbereich des Museumsgebäudes positionierte "PHaradise" ein besonderes Lichterlebnis, das den imaginären Raum zwischen Himmel und Erde als eine Art symbolische Verbindung begreift und erfahrbar macht. Diese Interpretation wurde in gewisser Weise auch vom Architekten des Kunsthallenanbaus Hermann Billing berücksichtigt. Der Besucher der Kunsthalle oder jeder Passant kann diese hell erleuchtete Dachinstallation auch von verschiedenen Standorten rund um die Gebäude der Kunsthalle oder aus größerer Entfernung betrachten und das abendliche Museum als räumlich klar definierte architektonische Struktur erleben. Schließlich bietet der Fernmeldeturm einen weiteren besonderen wahrnehmungsästhetischen Aspekt der Kunsthalle, denn aus dieser Perspektive kann die Architektur als skulpturales Gebilde wahrgenommen werden, das sich vor uns ausbreitet. Hier ist die Architektur tatsächlich zu einer Skulptur im öffentlichen Raum geworden.
Fotos von Thomas Henne